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Person Paul Schneider


Kindheit bis 1926
Er ist als Prediger von Buchenwald bekannt, aber später mehr dazu.
Er ist 29. August  1897 in Pferdsfeld geboren, als Sohn eines Pfarrer. Er zog in den ersten Weltkrieg und studierte danach Theologie. Ende Januar 1925 wurde er ordiniert und wurde Hilfsprediger in Essen-Altstadt. Danach übernahm er die Pfarrstelle, auf bitten der Gemeindeleitung in Hochelheim und Dornholzhausen, von seinem Vater, da dieser am 13. Januar 1926 starb.

1933 - 1934
Als 1933 die Nazis an die Macht kamen wurden Einschränkung der Kirche auferlegt, das Nichtarier nicht an Gottesdiensten teilnehmen sollten. im September 1933 gründete sich der Pfarrernotbund welcher im Mai 1934 zur Bekennenden Kirche wurde, in welchem er sofort einen Platz in der Bewegung. Da die staatlichen Stellen Druck auf Paul Schneider ausübten verannlasst die Kirchenleitung einen Wechsel der Pfarrstelle Dickenschied und Womrath.
<br />Kurz nach Antritt der neuen Pfarrstelle ergab sich der nächste Konflikt zwischen ihm und der NSDAP: Bei der Beerdigung des Hitlerjungen Moog in der Nachbarkirchengemeinde Gemünden sagte der NS-Kreisleiter, dass der Verstorbene in den himmlischen Sturm Horst Wessel eingegangen sei. Darauf hin äußerte Paul Schneider, ob es einen himmlischen Sturm Horst Wessel gebe, wisse er nicht, aber Gott möge den Jungen segnen und ihn in sein Reich aufnehmen. Da trat der Kreisleiter noch einmal vor und wiederholte seine Aussage. Empört entgegnete Paul Schneider: „Ich lege Protest ein. Dies ist eine christliche Beerdigung, und ich bin als evangelischer Pfarrer verantwortlich dafür, dass das Wort Gottes unverfälscht verkündet wird!“ Schweigend ging man nun auseinander. Dieses Aufeinanderprallen von Staat und Kirche führte am Tag darauf, dem 13. Juni 1934 zu Schneiders erster Verhaftung. Diese als „Schutzhaft“ deklarierte Maßnahme sollte eine Woche dauern.

1935 - 1936
Schneider hatte sich mit seiner Gemeinde gleich zu Beginn seiner Amtszeit der Bekennenden Kirche angeschlossen. Die zweite Synode der Bekennenden Kirche (der Evangelischen Kirche der Altpreußischen Union) verabschiedete am 5. März 1935 ein Wort an die Gemeinden gegen das „Neuheidentum“ der „rassisch-völkischen Weltanschauung“, die von allen bekenntnistreuen Pfarrern am 17. März im Gottesdienst verlesen werden sollte. Das Reichsministerium des Innern verbot die Abkündigung und die Gestapo verlangte von allen Pfarrern entsprechende Erklärungen; Schneider verweigerte diese und wurde darum vom 16. März bis zum 19. März in Kirchberg inhaftiert.

Am Palmsonntag 1936 fand eine Reichstagswahl statt. Paul und Margarete Schneider gingen nicht zur Wahl, da auf dem Wahlzettel nur ein „Ja“ angekreuzt werden konnte. In der Nacht auf Ostern, also dem nächsten Sonntag, wurde das Pfarrhaus beschmiert: „Er hat nicht gewählt! Vaterland? Volk, was sagst du?!“ Noch vor dem Ostergottesdienst in Dickenschied beseitigten Gemeindeglieder die Schrift.

1936 -1937
Seit 1933 unterrichteten die beiden Lehrer der evangelischen Volksschulen in Dickenschied und Womrath eine „deutsche Glaubenslehre“, die den nationalsozialistischen Lehren entsprach. Dazu gingen zwei Familienväter aus Womrath gegen Schneider vor und versuchten, ihre Kinder aus dem Kindergottesdienst und dem Konfirmandenunterricht herauszuholen bzw. in Gemünden, wo ein deutsch-christlicher Pfarrer amtierte, konfirmieren zu lassen. Versuche Schneiders, vermittelnde Gespräche zu führen, wurden abgewiesen, so dass sich die Presbyterien entschlossen, die beiden Lehrer sowie die beiden Womrather Familienväter von allen kirchlichen Rechten, u.a. vom Abendmahl, auszuschließen. Für diese Kirchenzuchtmaßnahme bedurfte es außer dem Presbyteriumsbeschluss der dreimaligen Abkündigung im Gottesdienst. Das Dickenschieder Presbyterium zog im letzten Moment seinen Beschluss zurück. In Womrath kam es nur zu zwei gottesdienstlichen Abkündigungen, da Schneider vor der dritten verhaftet wurde. Zunächst wurde diese zurück gestellt, da er sich im März 1937 bei einem Motorradunfall ein Bein brach und im Krankenhaus lag. Doch am 31. Mai 1937 wurde der Haftbefehl vollzogen und man hielt ihn bis zum 24. Juli im Koblenzer Gestapo-Gefängnis in „Schutzhaft“.

Im KZ Buchenwald
Am 27. November 1937 wurde Paul Schneider dann nach Weimar ins neu errichtete KZ Buchenwald verlegt, wo er Zwangsarbeit verrichten musste. Der Arbeit im Steinbruch konnte er aufgrund seiner guten körperlichen Verfassung standhalten, manchmal gar für andere Arbeit mit übernehmen. Im Konzentrationslager, in dem zu jener Zeit politisch, religiös oder rassisch Verfolgte wie Kriminelle einsaßen – Juden kamen erst nach der Reichspogromnacht vom 9. November 1938 hinzu –, wurde er für seine Mitgefangenen zum „Prediger von Buchenwald“.

Als er bei einem Fahnenappell anlässlich des Führergeburtstages am 20. April 1938 den Hitlergruß verweigerte, seine Mütze nicht abnahm und als Begründung angab: „Dieses Verbrechersymbol grüße ich nicht!“, wurde er öffentlich mit Stockschlägen bestraft und in eine Einzelzelle des Arrestgebäudes („Bunker“) gesperrt. Trotz schwerster Misshandlungen unterließ er es auch weiterhin nicht, aus seinem Gefängnis heraus das Evangelium zu verkünden. Am Ostersonntag soll er sich trotz größter Schmerzen an den Gitterstäben seiner Zelle hochgezogen und den tausenden von Häftlingen draußen auf dem Appellplatz zugerufen haben: „Kameraden, hört mich. Hier spricht Pfarrer Paul Schneider. Hier wird gefoltert und gemordet. So spricht der Herr: Ich bin die Auferstehung und das Leben!“. Weiter kam er nicht. Massive Stockschläge ließen den „Prediger von Buchenwald“ wieder verstummen.

Über ein Jahr lang wurde Paul Schneider in der Einzelzelle gefangengehalten und vor allem vom Aufseher Martin Sommer gequält, bis er körperlich nur noch ein Wrack und dem Tode nahe war. Alle gegen ihn bei einem Sondergericht in Köln anhängigen Verfahren waren am 10. Juni 1938 eingestellt worden, da nur eine geringe Strafe zu erwarten war. Er hätte das KZ auf der Stelle verlassen können, wenn er sich dem Ausweisungsbefehl aus der Rheinprovinz gebeugt hätte, was er aber nicht tat, da er sich unter Berufung auf Apg 5,29 LUT seinen Gemeinden in Dickenschied und Womrath verpflichtet fühlte. Er kam auf die Krankenstation, wo man ihm äußerlich ein wenig Pflege zukommen ließ. Am 18. Juli 1939 wurde Paul Schneider dort vermutlich durch eine Überdosis des Herzmedikaments Strophanthin ermordet. Seine Frau wurde über den Tod ihres Mannes informiert, und sie erhielt die – ansonsten nicht gewährte – Möglichkeit, den Leichnam nach Dickenschied zu holen. Mit Unterstützung reiste Margarete Schneider sofort nach Weimar und nahm den versiegelten Sarg in Empfang. Er wurde in das Ev. Krankenhaus Simmern gebracht, wo er unter Polizeiaufsicht bis zur Beisetzung verblieb.

Beerdigung
Der geschundene Leichnam des Pfarrers wurde nach Dickenschied überführt. Trotz Vorkehrungen seitens der Gestapo fand die Beisetzung, bei der Friedrich Langensiepen die Predigt hielt, unter sehr großer Anteilnahme der Bevölkerung statt. Es kamen Gäste von weit her und auch aus dem benachbarten Ausland angereist, unter ihnen etwa 200 Pfarrer. Katholische Gasthausbetreiber verwiesen Gestapo-Mitarbeiter zu deren Überraschung des Hauses, weil sie an der Beisetzung teilnehmen wollten. „So werden Könige begraben“, meinte einer der Gestapomänner angesichts der mehreren hundert Beerdigungsgäste, die seine Aufgabe, die Teilnehmer zu notieren, unmöglich machten.

Das von den Deutschen Christen beherrschte rheinische Konsistorium beschwerte sich in der Folge bei der Gestapo, dass sie die Angelegenheit nicht im Griff gehabt habe. Diese öffentlich weithin wirksame Begräbnisfeier hätte verhindert werden müssen.

Ich habe vor allen den Schluss, der mir wichtig erschien, direkt von Wikipedia übernohmen, da dieser Text alles enthält was er benötigt. Den Anfang habe ich gekürtzt.Dieser Artikel basiert auf dem Artikel Paul Schneider aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation. In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren verfügbar.
 

 

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